Ein Beitrag von Marcus Bransch.

Die 3D-Scan-Technologie hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert und ist zu einem wertvollen Tool für die Kreation von Inhalten für VR-Umgebungen geworden. Die Anwendungsfälle reichen von der Forschung über die Medizin bis hin zum Entertainment. Bei CAMAO nutzen wir sie schon heute – z. B. in unserer Inspiration Lounge.

Das Erstellen eines 3D-Scans ist dabei relativ einfach. Mit Hilfe eines Smartphones oder Tablets und einem 3D-Sensor wird aus einer natürlichen Person in drei Schritten eine 3D-Figur: Der eigentliche 3D-Scan, die Umwandlung des Scans in ein Modell und schließlich das sogenannte „Riggen“, um das Modell für Animation vorzubereiten.

Es ist immer wieder verblüffend, wie viel fotografisches Detail mit der simplen Kombination aus Tablet und 3D-Tiefensensor erfasst werden kann. Das stellten auch meine Kollegen jedes mal fest, nachdem ich sie in die „Matrix“ beförderte. Die Anwendungszwecke sind natürlich noch geheim. 😉

3D-Scans – Nicht nur für Kinoliebhaber und Game-Nerds

Zahlreiche Anwendungen zielen aus ganz verschiedenen Gründen darauf ab, eine möglichst genaue digitale Abbildung der physischen Realität zu erreichen. So wird 3D-Scanning ausgiebig in Filmen für alle Arten von Special Effects eingesetzt. Spieleentwickler nutzen seit über einem Jahrzehnt ähnliche Technologien für die realitätsnahe Gestaltung ihrer virtuellen Spielfiguren.

Das Scannen von Objekten und kompletten Umgebungen ist hingegen relativ neu. Videospiele, welche schon beim Scannen von Personen Pionierarbeit geleistet haben, sind auch da ganz vorne mit dabei. Die Spiele „The Vanishing of Ethan Carter“ und „Get Even“ sind aktuelle Beispiele.

Beide Spiele wurden mit Hilfe von Fotogrammetrie erstellt. Dazu braucht es nur eine hochwertige Kamera, die richtige Software und viel Sorgfalt bei der Aufnahme, um aus simplen Fotos eine extrem atmosphärische 3D-Szenerie zu erzeugen.

Das gleiche Prinzip wie in den bereits genannten Spielen kommt beim sogenannten „Aerial Mapping“ zum Tragen. Hier werden allerdings per Drohne geschossene Luftaufnahmen zu einer 3D-Szenerie zusammengesetzt. Damit lassen sich noch bessere Ergebnisse erzielen als die, die wir derzeit bei Google Earth VR bewundern können.

Es kann ein probates Mittel sein, um Orte, Räume, Objekte und sogar Lebewesen digital erlebbar zu machen. Die Möglichkeiten sind schier endlos und reichen von einer Ausstellungs- bzw. Messeumgebung bis hin zum virtuellen Zoo. Dadurch werden Besuche von Räumen oder Orten beziehungsweise Beobachtungen von Tieren möglich, deren realer Besuch schwierig oder undenkbar ist.

Wird soziale Interaktion im Netz bald dreidimensional?

Auch das Potenzial von persönlichen Avataren ist groß: Während Nutzer im Moment größtenteils noch auf eigens gestaltbare 2D-Avatare beschränkt sind ( z. B. Bitmoji bei Snapchat), könnte schon bald jeder ein perfektes dreidimensionales Abbild von sich selbst erstellen und für Social Media nutzen.

Jede App, jedes Spiel und sonstige Anwendungen, die eine geeignete Schnittstelle anbieten, könnten dieses virtuelle Ich importieren. Das Start-up Wolfprint 3D aus Estland hat dafür sogar schon eine Kabine entwickelt, welche sich zunächst auf das Scannen des Gesichts beschränkt.

Abschließend lässt sich sagen, dass 3D-Scannen mittlerweile selbst für Einzelpersonen erschwinglich ist und dieser Trend wird sich mit Smartphone-basierten Scannern weiter fortsetzen. Entsprechende Apps und Software vorausgesetzt, steht dem Eintauchen in die digitale Welt bald nichts mehr im Weg.

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Der Autor

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Marcus Bransch

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