Ein Beitrag von Titus Münch.

Nach wochenlangem Programmieren hast du es geschafft: Deine App ist entwickelt, du bist stolz wie Bolle. Jetzt fehlen nur noch die Nutzer. Doch wo bekommst du die her? Von alleine finden sie deine App – gefühlt eine von 80 Millionen – wahrscheinlich nicht. Also Ärmel hochkrempeln und mit mir in die Welt des App-Marketing eintauchen.

School of App: Die Basics müssen stimmen

Apple und Google betreiben die beiden größten App Stores weltweit. Wenn die App für iOS bzw. Android erscheinen soll, sind entsprechende Einträge für die App im App Store bzw. Play Store der erste Schritt. Damit die App dort nicht nur gefunden, sondern auch runtergeladen wird, solltest du einige, wichtige Punkte beachten.

Im ersten Schritt solltest du relevante Keywords für deine App und Zielgruppe sammeln, die du später im Namen deiner App und in der Beschreibung platzierst. Der Google Keyword-Planner ist dabei eine nützliche Hilfe, der deine Keywords auf Suchvolumen und Wettbewerb prüft und dir auch noch Vorschläge für weitere Keywords liefert. Kostenlose Alternativen wie keywordtools.org sind ebenfalls immer einen Blick wert – gerade ohne Zugang zu Googles Keyword Planner. Auch der Blick auf die Konkurrenz kann dir helfen, für dich relevante Keywords zu identifizieren oder dein Keyword-Set zu erweitern. Sobald du deine Keywords fertig zusammengestellt hast, kann es auch schon losgehen:

1. Name der App: Finde einen prägnanten und ansprechenden Namen und platziere ein Keyword im Namen deiner App.
1.a App Untertitel (iOS): Verwende Keywords im Untertitel deines App-Store-Eintrags.
1.b App Store Keyword Feld (iOS): Im App Store hast du die Möglichkeit, direkt Keywords für deine App zu hinterlegen – nutze die Chance!
App-Crashkurs-Name

So macht es unser Kunde Chefkoch im App Store. Wichtige Keywords der App stecken schon im Namen, dazu ein simples und thematisch passendes Icon mit großem Wiedererkennungswert. Tada!

2. App Icon: Keep it simple – nutze ein einfaches, aber einprägsames Icon für deine App. Gehört deine App zu einer bekannten Marke, nutze das Logo in deinem Icon. So können Nutzer deine Marke wiedererkennen und du bekommst direkt einen Vertrauensbonus. Kleiner Tipp: Schau dir die Icons von besonders beliebten Apps an und lass dich inspirieren.

3. Beschreibung deiner App: Die Beschreibung sollte auf deine potentiellen Nutzer zugeschnitten sein und innerhalb von Sekunden vermitteln, warum sie unbedingt deine App brauchen. Dafür kannst du auch eine Liste von Stichpunkten mit den wichtigsten Features verwenden. Achte auch hier darauf, deine relevanten Keywords zu verwenden. Besonders im Google Play Store sind diese wichtig, damit Nutzer die App bei ihrer Suche finden.

4. Screenshots: Zeige deinen Usern deine App. Verzichte auf Login-Screens und finde ansprechende Screenshots, damit der Nutzen deiner App direkt erkennbar ist. Besonders die ersten zwei Screenshots können entscheidend sein.
Noch ein kleiner Tipp: Poliere deine Screenshots mit den wichtigsten USPs auf, damit die Nutzer sofort erkennen, welchen Mehrwert deine App oder eine bestimmte Funktion in deiner App ihnen bietet. Um herauszufinden, welche Screenshots am besten funktionieren, bietet sich A/B-Testing an.

5. Video: Zeige deine App in einem Video. Verzichte auf eine langwierige Einleitung, denn leider werden die wenigsten User dein Video bis zum Schluss schauen. Zeige dem Nutzer deshalb möglichst direkt die wichtigsten Funktionen der App und achte darauf, dass dein Video auch ohne Sound wirkt (im Zweifelsfall durch Untertitel).

6. Bewertungen: Die Bewertung deiner App ist ein wesentlicher Faktor für ihr Ranking. Animiere deine Nutzer dazu, deine App zu bewerten und gehe auf ihre Bewertungen ein. Bedanke dich für Bewertungen und nimm konstruktive Vorschläge für Verbesserungen oder neue Funktionen auf. In der Release Note zu neuen Features kannst du ebenfalls nochmal auf deine Nutzer eingehen. Google und Apple sehen es außerdem gerne, wenn du deinen Eintrag regelmäßig pflegst und optimierst.
App-Crashkurs-Reviews

So managet Chefkoch die Bewertungen für seine App „Chefkoch Smartlist“, die wir bei der Vermarktung unterstützt haben.

Alle wichtigen Punkte findest du auch kurz und knapp nochmal in dieser Grafik zusammengefasst. Welche unterschiedlichen Möglichkeiten zur Optimierung du bei Google Play und im App Store hast, fasst folgende Grafik anschaulich zusammen.

Auch organische Aufmerksamkeit zählt im App Marketing

Nachdem du die Einträge für deine App erstellt hast, geht es erst richtig los. Jetzt ist es Zeit, aus allen Rohren zu feuern und die Welt auf deine App aufmerksam zu machen. Nutze deine vorhandenen Kanäle, um deine App zunächst organisch zu bewerben. Schreibe etwa auf Facebook einen Beitrag, erstelle eine Landingpage für deine App oder produziere ein Video für Instagram oder deinen YouTube-Channel. Bei YouTube kannst du außerdem die Videobeschreibung, die Endcard oder Info-Kästchen im Video nutzen, um deine App zu promoten.

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, deine App über deine vorhandenen Kanäle organisch zu bewerben. Nutze auch hier die Möglichkeit, deine Nutzer freundlich aufzufordern, deine App zu bewerten. Denn denk daran: Viele und vor allem gute Bewertungen wirken sich positiv auf dein Ranking im jeweiligen Store aus.

Von der Ad direkt zur App

Manchmal kann es trotz gutem Content schwer sein, eine kritische Masse zu erreichen. Die brauchst du aber, wenn möglichst viele Nutzer deine App downloaden sollen. Und je mehr Downloads eine App hat, desto mehr Aufmerksamkeit wird ihr zuteil.

Hier kann die bezahlte Vermarktung helfen. Verschiedene Plattformen bieten dir die Möglichkeit, Kampagnen mit dem Conversion-Ziel „App Install“ zu schalten. Dabei werden deine Kampagnen so ausgespielt, dass sie möglichst viele Installs zum günstigsten Preis generieren. Du kannst selbst bestimmen, wie viel ein App Install dir wert ist. An erster Stelle stehen hier Apple Search Ads und Google Ads. Hier kannst du deine App direkt im jeweiligen Store bewerben. Mit Google Ads und den universellen App Kampagnen hast du außerdem die Möglichkeit, deine App in allen Google-Produkten zu bewerben.

Doch damit nicht genug! Viele Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Pinterest bieten dir die Möglichkeit, Kampagnen mit App Installs als Conversion-Ziel zu schalten. Hierbei musst du beachten, dass du bestimmte Software Development Kits (SDK) in deiner App integrieren musst, damit die generierten Installs erfasst werden können. Plane das auf jeden Fall in deine Vorbereitungen mit ein. Welche Kanäle für dich und deine App relevant sind, solltest du im Vorfeld definieren oder durch verschiedene Tests festhalten. Um beim Beispiel Chefkoch zu bleiben: Hier bieten sich natürlich Plattformen wie Instagram (#foodporn), YouTube oder Pinterest an, die sehr große und engagierte Communitys rund ums Kochen vorweisen können.

Weil das natürlich alles Geld kostet, ist es wichtig, deine Ad-Kampagnen und ihre Performance kontinuierlich zu tracken und zu analysieren. Wir sagen immer: „Miss es oder vergiss es!“. Wer gutes Monitoring betreibt und die richtigen Schlüsse aus den gesammelten Daten zieht, kann die Performance einer Kampagne noch während ihrer Laufzeit optimieren. Kampagnen mehrerer Kanäle auf einen Blick oder tiefere Analysen deiner Nutzer bieten dir übrigens Tools wie Adjust oder Google Analytics für Firebase. Firebase erlaubt es dir beispielsweise, eigene Events zu definieren (für genaueres Tracking) und deine Zielgruppe so noch besser zu verstehen.

Wie war das nochmal im Mittelteil … ?

Zugegeben: ganz schön viel Information. Aber App-Vermarktung ist halt kein Zuckerschlecken! Und keine Sorge: Wir helfen dir gerne bei allen Fragen zur App-Vermarktung oder Online Marketing allgemein. Schreib uns einfach eine Mail und wir antworten dir schnellstmöglich.

Wenn du mehr zum Thema App Vermarktung aus dem Hause CAMAO erfahren möchtest, empfehle ich dir unseren Praxisbericht zur Vermarktung der neuen Chefkoch SmartList App. Wir können aber auch noch mehr als App-Vermarktung! Wie wäre es denn mit einer Kampagne auf LinkedIn? Dann check auch unseren Beitrag zu Business WLAN für die Deutsche Telekom. Viel Spaß beim Stöbern und bis bald hier im Blog!

Der Autor

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Titus Münch
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