Ein Beitrag von Jan Weiss.

Die Veränderung und Weiterentwicklung der digitalen Werbung auf Facebook, Instagram, Xing, LinkedIn und Messenger-Diensten war das Leitthema des Ads Camp 2019 in Köln. Jedes Jahr wird es von den Social Marketing Nerds veranstaltet und vereint sowohl nationale als auch internationale Social-Marketing-Experten. Ich und meine Kollegin Alina waren am Montag, dem 13. Mai, vor Ort, um uns in dem bunten Gemisch aus Vorträgen und Diskussionen neues Wissen anzueignen, bestehendes zu prüfen und uns mit Kollegen aus der Branche auszutauschen.

Mit einer spannenden Keynote zur übersichtlichen Organisation der Anzeigen auf Facebook und Instagram startete der Tag um 9:00 Uhr im Hilton Hotel nahe des Kölner Doms. Die richtige und vor allem gut strukturierte Organisation der eigenen Kampagnen im Werbeanzeigenmanager ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Anzeigen. Florian von Adsventure zeigte verschiedene Kniffe, mit denen man noch etwas mehr aus den eigenen Kampagnen, Ads und Pixel-Events rausholen kann.

Thomas Hutter hakte sich beim Thema Pixel direkt ein. In seinem Impulsvortrag „Facebook Pixel Extrem“ demonstrierte er anhand von verschiedenen Praxisbeispielen, wie man den Facebook Pixel noch effektiver im Retargeting und Analytics allgemein nutzen kann.

„Es wurde scharf“

Influencerin und Performance Marketing Managerin Lena Gmeiner erklärte an dem Erfolgsunternehmen Just Spices die Vorteile von Instagrams Shoppingfunktion und wie sie diese mit ein paar Tricks zum optischen Highlight verwandelt. Authentizität steht hier an erster Stelle! Hochprofessionelle Stories funktionieren weit nicht so gut wie authentische Ads. Die Nähe zum Kunden ist hier ausschlaggebend.

Skalieren wie die Profis

Wer, wenn nicht Thomas Thaler? Der Experte für die Skalierung von Facebook-Anzeigen verriet in seinem Vortrag, was man tun kann, um seine bestehenden Anzeigen horizontal als auch vertikal zu skalieren. Mehr Reichweite und Interaktionen werden nämlich nicht automatisch durch eine Budgetsteigerung erzielt – viel mehr steht die exakte Identifikation der Zielgruppe im Vordergrund.

Marketing in Facebook-Gruppen

Das soll funktionieren? Nachvollziehbare Skepsis, doch die organischen Reichweiten auf Facebook werden immer geringer, wohingegen Facebook-Gruppen wachsen und an potenzieller Reichweite gewinnen. Wie Werbeanzeigen für Facebook-Gruppen geschaltet werden und wie ein Unternehmen dort auftreten sollte, erklärte Gruppen-Admin Jakob Strehlow von falkemedia. An dieser Stelle rutscht das Unternehmen in die Rolle des Gruppen-Admins und spiegelt somit eine reelle Person wider. Neue Kommunikationsstrategien müssen entwickelt werden, um keinen werblichen Eindruck zu hinterlassen. Denn jeder, der sich einer Gruppe anschließt, tut dies freiwillig. Das Unternehmen sollte daher eher Kaufempfehlungen aussprechen und keine direkten Werbepostings absetzen.

200.000 Leads mit der richtigen Ansprache generieren?

Auf Glück sollte man sich beim Planen von Werbekampagnen zwar nicht verlassen, aber trotzdem ein charmanter Snack!

Thomas Verstege von GEDANKENtanken hat dies durch die individuelle Ansprache der User geschafft. Hierzu wurden Custom Audiences und Lookalike-Zielgruppen mithilfe der Theorie der vier Menschentypen angelegt und ausgewertet. Mit dem Wissen, wie die Menschen ticken, konnten diese persönlich angesprochen werden. Das Ergebnis von 200.000 Leads kann sich sehen lassen!

Schleichwerbung oder genial?

Sixt ist bekannt für lustige und extravagante Werbung. Auch Christoph Assmann, Senior Social Media Manager bei dem Autovermieter, konnte das Publikum mit seinem Thema „From Feed to Story! Performance Marketing bei Sixt in 9:16“ durch die besonderen Highlights zum Lachen bringen. Story Ads spielen bei Sixt mittlerweile eine sehr wichtige Rolle. Egal ob aus der Eigenkreation oder von Influencern wie beispielsweise Daniel Fuchs aka magic_fox. Diese Anzeigen performen für das Unternehmen weitaus besser als andere Werbeformen.

Kaufentscheidungen von Anfang bis Ende tracken

Benötigt es hierzu nicht eigentlich Google Analytics? Nicht unbedingt: Anzeigen können ebenso über das Facebook Attribution Tool analysiert werden. Wie viele Klicks und Berührungspunkte mit einem Produkt pro User getätigt werden können, ließ uns Andreas Grimm der K-New Media in seiner Keynote erfahren. Ein Tool, welches zukünftig in Kombination mit dem Facebook Pixel unbedingt genutzt werden sollte.

Beyond Facebook – LinkedIn & Xing Ads

B2B Marketing kann auch auf Facebook funktionieren – effizienter ist es jedoch, den Kunden über die Plattformen Xing und LinkedIn zu erreichen. Welche Möglichkeiten es gibt und welche davon im Begriff sind, sich zu etablieren, erklärte uns Experte Robin Heintze von Morefire. Beide Plattformen bringen ihre Vorteile mit sich. CPCs (Cost-per-click) sind im Vergleich zu Facebook zwar um ein 6-faches teurer, dafür können B2B-Kontakte einen höheren Customer Value erzielen.

WhatsApp-Werbung und Chatbots sind die Zukunft

Fast jeder Deutsche benutzt WhatsApp oder den Facebook Messenger täglich. Warum dann diese Reichweite nicht einfach nutzen und Werbung schalten?

Möglich ist dies bereits durch Chatbots und in Verbindung mit WhatsApp Business. Es gibt bereits tausende von unterschiedlichen Chatbots – doch nur wenige können mit einer wirklich stimmigen Nutzererfahrung glänzen. Die geringe Akzeptanz für die Werbeform und die DSGVO machen das Unterfangen nochmal schwerer. Die Chancen sind jedoch groß! Das Wasser des altbekannten E-Mail-Newsletters könnte bald stark von WhatsApp abgegraben werden.

In einer tollen Location und mit guter Stimmung hat es durchgehend Spaß gemacht, diese Unmengen von Input aufzusaugen. Wir sind schon dabei, das Ganze für uns selbst zu strukturieren und in unsere Arbeit einfließen zu lassen. Die Gesellschaft von Social Marketing Nerds wie uns selbst hat uns super gefallen und schreit geradezu nach einer Wiederholung im nächsten Jahr. /C you then!


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Jan Weiss

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