Ein Beitrag von Cornelia Göppel.

Womit sich vor kurzer Zeit die Macher der US-Serie South Park einen vermutlich ungewollten Scherz erlaubten, machte Burger King bereits Mitte des Jahres bitteren Ernst und nutze Googles Sprachsteuerung für eine gelungene Guerilla-Aktion. Das Ergebnis: Jede Menge Aufmerksamkeit, verärgerte Google-Mitarbeiter und trollende Wikipedia „Autoren“. Nun landete die Fast-Food-Kette einen neuen Coup und beweist, das kreatives Guerilla-Marketing nicht nur Spaß macht, sondern noch immer funktioniert – und oft nicht viel braucht.

GUERLLIA-MARKETING AT ITS BEST: „NEVER TRUST A CLOWN“

Zur Filmpremiere des Remakes des Stephen King Klassikers „Es“ schufen Burger King im Abspann des Films einen frechen Dreh vom Horror-Clown Pennywise zum Konkurrenz-Maskottchen Ronald McDonald. Und die Moral von der Geschicht‘: „Never trust a clown“ und es erstrahlte das Deckenlicht – begleitet von tosendem Applaus.

Die Aktion des Fast-Food-Riesen gilt bereits jetzt mit Augenzwinkern als „längster Werbespot aller Zeiten“ und dürfte schon deshalb Nachhaltig in den Köpfen der Menschen verweilen. Alles was es dafür brauchte: die richtige Idee zur richtigen Zeit und zwei leistungsstarke Beamer – Guerilla-Marketing at its best.

AUS EINEM FUNKEN FEUER MACHEN

Das genannte Beispiel zeigt, dass Guerilla-Aktionen oft mit niedrigen Kosten verbunden sind: Nicht immer benötigt es eine breit angelegte Marketing-Kampagne, um eine große Zielgruppe zu erreichen. Ausschlaggeben ist eine zündende Idee, die aus einem Funken schon mal ein Feuer macht, wenn das große Ziel der Mund-zu-Mund-Propaganda erfolgreich erreicht wurde. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Je bunter die Aktion, umso stärker, sympathischer oder nachhaltiger ist die Markenwahrnehmung.

Dennoch ist Guerilla-Marketing mit Vorsicht zu genießen: Die Gefahr, im Eifer der kreativen Ergüsse übers Ziel hinaus zu schießen, ist omnipräsent. Auch gilt es, neben der Achtung gesetzlicher Bestimmungen zahlreiche Eventualitäten und individuelle Gefühle mitzudenken.

VORSICHT VOR STOLPERFALLEN

Letzteres wurde einst der Beiersdorf AG zum Verhängnis, als diese im Wartebereich des Hamburger Flughafens ausgewählte Passagiere über Lautsprecheraufrufe, Nachrichtensprecher im TV und Fahndungsfotos auf Zeitschriften als gesuchte Personen darstellten. Die ahnungslosen Passagiere kamen da schon mal ins Schwitzen. Auftritt Polizei: mit einem Koffer in der Hand steuerten sie auf die „gesuchten Personen“ zu und klärten die Situation mit dem Inhalt des Koffers auf: ein stressresistentes Deo. Die Aktion war durchaus kreativ, am Ende aber Geschmackssache: Erst im Nachhinein wurde kommuniziert, dass alle Beteiligten eingeweiht waren – da war der digitale Shitstorm aber schon losgebrochen.

NEUE TECHNOLOGIEN FÜR FRISCHE IDEEN

Beachtet man also einige Regeln und bringt ein Maß an Kreativität, Humor und Empathie mit, so steht einer frischen Guerilla-Idee nicht mehr viel im Wege. Die digitalen Möglichen bieten Werbern zusätzlich zahlreiche Möglichkeiten, spannende Aktionen zu schaffen, um Menschen zu überraschen, zum Lachen oder gar zum Nachdenken zu bringen.

Das beginnt bei der eingangs erwähnten Aktion mittels Sprachsteuerung: Auch wir bei CAMAO spielen und erforschen in unserem InspirationLab seit längerem die Chancen, die neue Technologien für die Kommunikation bieten – von Virtual Reality bis eben zu intelligenter Sprachsteuerung, ob an Touchpoints im Einzelhandel, als Teil neu entwickelter Technologien oder eben im Guerilla-Marketing. Die Potentiale sind endlos und wir freuen uns auf das, was noch kommt.

Bildschirmfoto 2016-02-17 um 16.57.44

Die Autorin


Cornelia Göpel
Cornelia bei Xing