Ein Beitrag von Christian Eckert und Rolf Krämer.

Stellen wir uns „die Cloud“ als Ozean vor. Unmengen von Daten treiben als Plankton in ihr herum, zahllose Anwendungen unterschiedlicher Größe und Komplexität  – kleine Fische, große Wale – verarbeiten diese Daten weiter. Unternehmen setzen immer mehr dieser Anwendungen ein, streuen immer mehr Plankton in den Cloud-Ozean. Es wird zu einer Herausforderung, Daten und Anwendungen in der Cloud in einem effizienten Modell beisammenzuhalten. Hier kommt die „Integration Platform as a Service“ (iPaaS) ins Spiel.

Sie sind eine der großen derzeitigen Entwicklungen im Bereich der Software-Integration. Diese cloudbasierten Plattformen sollen es ermöglichen, Anwendungen unterschiedlichster Art und Daten aus allen denkbaren Quellen unkompliziert zu integrieren, um damit – unabhängig von der ursprünglichen Plattform und Funktion – Workflows zu erstellen. Diese Workflows können die verschiedensten Aufgaben automatisiert abarbeiten und die Ergebnisse an andere angebundene Anwendungen senden. Somit entfällt die Implementierung und Wartung einer eigenen Middleware (Software, die den Datenaustausch realisiert).

Eine iPaaS nimmt den Entwicklern von Applikationen also ein gutes Stück Arbeit ab, indem sie die oft zeitintensive manuelle Implementierung von Schnittstellen vereinfacht.

Sie stellt allgemeine und spezialisierte Konnektoren (APIs) zu Verfügung, die jeder für sich jeweils eine beliebige bzw. eine definierte Applikation integrieren. Jeder Konnektor ist beliebig wiederverwendbar und kann somit als Dienst betrachtet werden. Die Sammlung an Konnektoren definiert den Feature-Umfang, den die Plattform als Produkt bereitstellt.

iPaaS in der Praxis: Wo liegt der Mehrwert?

Um das zu veranschaulichen, haben wir einen kleinen Usecase vorbereitet:

Die fiktive App „Travelmom“ möchte ihren Nutzern möglichst komfortable Bahnreisen ermöglichen. Hierfür wurde sich überlegt, relevante Bahnverbindungen am Abfahrtsbahnhof sowie das Wetter und empfehlenswerte Cafés, Museen etc. am Zielort anzeigen zu lassen. Normal müsste das Entwicklerteam hier die verschiedenen, relevanten Dienste (Deutsche Bahn, Eumetsat, Yelp) über deren APIs mühsam manuell in der App verknüpfen.

Die iPaaS ist in diesem Szenario das Bindeglied, das die angebundenen Anwendungen zusammenhält, indem sie die Organisation des Zusammenspiels übernimmt: letztendlich kümmert sich die Plattform darum, die verschiedenen Dialekte zwischen den Kommunikationspartnern (die App selbst, Deutsche Bahn, Eumetsat, Yelp) für den jeweils anderen verständlich zu übersetzen und wird so quasi zum Babelfisch. Statt in jedem Projekt immer wieder selbst bestimmte APIs anzubinden, nutzt man die vorgefertigten Komponenten der Plattform. Die Integration der APIs wird so als fertiger Service bereitgestellt und angeboten.

flowground unter der iPaaS-Lupe

Diverse Softwareunternehmen bieten iPaaS an, so z. B. Microsoft, Software AG (Built.io), Dell („Boomi“) und InformaticaFlowground von der Deutschen Telekom ist ganz frisch im Produktivbetrieb und im Gegensatz zu ihren oben genannten Konkurrenten auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen zugeschnitten. Das lässt sich nicht zuletzt am Preismodell erkennen.

Website der iPaaS flowground

Wir haben bei der flowground-Website mit der Erstellung und Animation von Illustrationen unterstützt.
Die Plattform ist dabei die zentrale Schnittstelle zwischen Applikationen und Datenquellen, welche über Konnektoren (Schnittstellen-Komponenten) mit flowground kommunizieren.

Die Abfolge von Konnektoren, die untereinander standardisiert Daten austauschen, nennt man in flowground einen Flow. Der einheitliche Kommunikations-Standard innerhalb eines Flows wird von der zugrundeliegenden Infrastruktur vorgegeben, was entscheidende Vorteile mit sich bringt:

Die Plattform und die an sie gesendeten Daten liegen komplett in der Open Telekom Cloud der Deutschen Telekom. Die Open Telekom Cloud wird in Deutschland gehostet, setzt auf den Standard Open Integration Hub und entspricht den höchsten Sicherheits- und Datenschutzstandards. Durch die Kombination von integrierten Infrastrukturdiensten und integrierten Plattformdiensten wird zudem sichergestellt, dass es gegenüber Anwendungen der Konkurrenz, welche oft auf verteilten Systemen liegen, keine Zeitverzögerungen bei Anfragen an die Plattform oder Ressourcenengpässe bei der Hardware gibt.

Das Grundprinzip eines Flows ist dabei immer gleich: Sie bilden wiederkehrende Abläufe ab, welche mehrere Anwendungen miteinander verknüpfen. Während der Flow läuft, werden Daten zwischen den Anwendungen ausgetauscht.

Mit dieser Abfolge von Schritten der Integration können die verschiedensten Anwendungsfälle realisiert werden, um z. B. Shops, Marketing oder ERP-Systeme miteinander kommunizieren zu lassen.

IPaaS der Wahl für CAMAO: flowground

Für uns hat so eine Plattform entscheidende Vorteile: In unserem täglichen Geschäft spielt der Einsatz von CMS, Shop- und ERP-Systemen eine wesentliche Rolle. Um solche Systeme effizient einzusetzen und miteinander zu verknüpfen, konzipieren wir für verschiedene Kunden Flows, setzen diese in der Plattform technisch um und können sie für diverse Projekte adaptieren und einsetzen. Durch die Möglichkeit, Schnittstellen in flowground einfach zu integrieren, ist die Plattform eine Erleichterung für unsere Arbeit. Zusätzlich können wir selbst Konnektoren für diverse Anwendungen entwickeln und sie unseren Kunden zur Verfügung stellen.

Die Autoren

Mitarbeiter_0052_Christian_Eckert-2
Christian Eckert
Christian bei Xing
Kraemer-r_quadratisch
Rolf Krämer