Was haben Tanzen und Programmieren gemeinsam? Wer glaubt, einen wichtigen Schritt überspringen zu können, wird früher oder später stolpern. Wir wissen nicht, womit Jenny so einen mittelmäßigen Witz als Einstieg zu diesem Artikel verdient hätte, aber jetzt ist es nun mal so. Jenny ist schon fast ein Jahr als Entwicklerin bei uns und wir stellen ihr heute fünf Fragen zu ihren Erfahrungen als Frau in einem MINT-Beruf. Wenn sie ihr Know-how nicht gerade für Kunden wie Kapsch, Blickle oder Förch einbringt, tanzt sie übrigens gerne (das mussten wir noch auflösen) oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.

Das war’s mit der Einleitung, los geht’s!

Wie und wann bist du auf MINT als mögliches Berufsfeld aufmerksam geworden?

Ich bin das erste Mal während des Studiums mit Programmieren in Berührung gekommen. Mein Studiengang, Digital Design, war eher allgemein ausgerichtet, aber ein Teil hat sich eben auch mit Coding beschäftigt. Vor der ersten Vorlesung zu dem Thema hatte ich das also gar nicht im Blick. Ich habe aber ziemlich schnell festgestellt, dass es mir Spaß macht und auch die Community ist cool. Es gibt super viele Foren und ähnliches, wo man auf jede Frage eine Antwort bekommt. Für das Studium mussten wir ein Praktikum absolvieren, dass ich konsequenterweise dann auch in der Webentwicklung gemacht habe.

Gab es auf deinen Entschluss, Programmiererin zu werden, starke negative oder positive Reaktionen in deinem Umfeld?

Die meisten haben sehr positiv reagiert. Es gab auch einige Personen, die überrascht waren. Aber das ist wohl zu erwarten, da der Beruf ja immer noch sehr von Männern dominiert ist. Als negativ habe ich diese Überraschung aber nicht wahrgenommen.

Was fasziniert dich an dem Bereich, in dem du arbeitest?

Ich mag, wie schnell sich der Bereich entwickelt. Mein Wissensstand in ein paar Jahren wird komplett anders sein als der von heute. Man muss sich also immer wieder auf den neuesten Stand bringen, was funktioniert und was nicht. Ich mag auch das Gefühl, einfach nur einen Laptop zu brauchen, um die verschiedensten Probleme zu lösen und dafür auch noch 100 verschiedene Möglichkeiten zu haben. Es wird also nicht eintönig.

Wie war das Verhältnis von Männern zu Frauen in deinem Studiengang oder deinem Betrieb?

In meinem Studiengang waren hauptsächlich Frauen. Aber wie gesagt, das war auch kein reiner Informatik-Studiengang, sondern eine Mischung aus mehreren Fachrichtungen. Auch im Betrieb vor CAMAO waren viele Frauen. Wahrscheinlich ist das oft anders und der große Anteil an Männern in klassischen Studiengängen oder “Programmierabteilungen” schreckt bestimmt auch einige Frauen ab. Ich wurde aber überall mit offenen Armen begrüßt.

Was wären deine Vorschläge, wie man mehr Frauen für MINT-Berufe begeistern kann?

Das ist relativ schwierig, glaube ich. Mir persönlich war’s vor dem Studium ja gar nicht präsent. Aber mit Initiativen wie BOGY, Komm, mach MINT oder dem Girls' Day geht man auf jeden Fall in die richtige Richtung. Es muss einfach konstant dran gearbeitet werden, mehr Frauen aufmerksam auf das Thema zu machen. Denn je mehr Frauen in den Berufen arbeiten, desto normaler wird es. Frauen bereits früh anzusprechen und beispielsweise auf Schulen zuzugehen könnte auch helfen.

Vielen Dank für deine Zeit und das Interview, Jenny!