Netzwerken ist Arbeit und gehört für die meisten Unternehmen zum täglichen Handwerkszeug. Möglichst viele, neue Kontakte knüpfen – für Besucher von Messen und Netzwerk-Events ein definiertes Ziel. Auch wir als Experten für Kommunikation stehen mit jeder Veranstaltung vor neuen Aufgaben. So auch bei den Online Marketing Rockstars, am kommenden Donnerstag. Bereits im letzten Jahr konnten wir unser Netzwerk um tolle Partner erweitern. Auch 2018 zeigen wir wieder vollen Einsatz und geben vorab ein paar nützliche Tipps für eine strategische Herangehensweise.

Ziele setzen

Die erste (und wichtigste) Frage ist, welche Ziele mit dem Netzwerken verfolgt werden – oder was mit dem jeweiligen Netzwerk erreicht werden möchte. Ohne eine klare Definierung besteht die Gefahr, nicht den gewünschten Effekt zu erzielen und gleichzeitig Zeit und Geld zu verschenken.

*Beispiel: Es ergibt wenig Sinn, so viele Messen wie möglich zu besuchen, in der Hoffnung neue Kunden/Aufträge/Partner zu akquirieren. Es sollte gut überlegt werden, auf welchen Partys man tanzt und wo man die entsprechende Zielgruppe vorfindet. Anschließend kann die strategische Planung für eine gezielte Kundenansprache eingeleitet werden. *

Gut vorbereiten

Bei einem Event wie den Online Marketing Rockstars (OMR) mit 40.000 Teilnehmern sollte man sich für die Umsetzung der zuvor definierten Ziele entsprechend vorbereiten sowie die Eigenschaften/Tätigkeiten des eigenen Unternehmens in wenigen, knackigen Sätzen vermitteln können. Um sich einen Überblick geeigneter Netzwerk-Partner zu verschaffen, lassen sich meist Ausstellerlisten einsehen und auch ein Blick auf LinkedIn oder XING kann sich lohnen.

Beispiel: Mit dieser Vorbereitung kann festgestellt werden, ob eine Überschneidung der eigenen Kontakte stattfindet. Auch lassen sich durch das Scannen des Online-Profils mögliche Anknüpfungspunkte für ein Gespräch finden. In kurz: Gemeinsamkeiten verbinden.

Persönliche Fragen

Wozu die eigene Zeit und die des Gegenübers mit gewöhnlichem Smalltalk verschwenden? Echtes Interesse am Gesprächspartner zeugt von persönlichen Fragen, oder zumindest auf die Person zugeschnittene Fragen, vor denen man sich nicht scheuen sollte. Menschen sind dazu bereit, viel von sich preiszugeben, wenn man nur danach fragt. Zudem sind Fragen immer die besten Eisbrecher.

*Beispiel: Anstatt „Wie gefällt Ihnen die Messe?“ kann man ganz einfach die persönliche Variante „Welche Person hat Sie bis jetzt besonders auf der Messe inspiriert?“ benutzen. *

Gemeinsamkeiten finden

Nichts begräbt eine Konversation schneller, als oberflächliches oder vorgetäuschtes Interesse. Mit dem Besuch einer Messe weiß man zwar um die gleiche Tendenz der Branchenzugehörigkeit, das setzt jedoch keinen gemeinsamen Nenner voraus. Auch wenn beherzte Diskussionen über das Wetter und die Veranstaltung aufregend und amüsant sein können, sind sie für ein erstes Gespräch weniger angebracht. Entdecken, was man mit dem Gesprächspartner gemeinsam hat – ganz egal ob Ziele, Bedürfnisse oder Ideen. Wenn erstmal ein gemeinsamer Nenner gefunden wurde, wird das weitere Gespräch um einiges leichter fallen – und spannender sein. Warum? Weil beide auf der gleichen Seite von etwas stehen.

Visitenkarten (gekonnt) einsetzen

Auf einer solchen Messe sammelt man nicht nur Werbegeschenke, sondern auch eine ganze Menge an Visitenkarten. Zugegeben, sehr analog, aber noch immer aktuell. Dabei geht es nicht nur um den Austausch von Daten und Förmlichkeiten, vielmehr um das Interesse gegenüber (potentieller) Kunden oder Partnern, deren Position und Firmen. Zudem eignen sich die Karten optimal, um ein paar Notizen zu gesammelten Kontakten aufzuschreiben.

Beispiel: Nach jedem Gespräch sollte man die wichtigsten Stichworte auf die jeweilige Karte schreiben, um (bestenfalls) für eine weitere Zusammenarbeit vorbereitet zu sein. Zusätzlich können wichtige Punkte auch in einer App per Sprachdatei festgehalten werden.

Direkte Verknüpfung auf Social Media

Wer mit dem Trend der Zeit geht, der weiß, dass die Visitenkarte zwar noch immer Pflicht ist, jedoch nicht mehr als primäres Verknüpfungs-Tool gilt. Plattformen wie Xing und LinkedIn eignen sich für einen schnellen Austausch der Kontaktdaten. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass gleichzeitig ein digitales Know-how und ein bestehendes Interesse noch stärker vermittelt wird.

70-20-10-Regel

Nutze 70 % deiner Zeit, um anderen zu helfen.

Nutze 20 % der Zeit, um dich selbst zu präsentieren.

Nutze 10 % der Zeit, um Hilfe bei anderen zu erbitten.

Eine noble Geste bricht nicht zuletzt das Eis, es hinterlässt in jedem Fall einen bleibenden Eindruck und sorgt für einen vertrauten Aufbau einer Geschäftsbeziehung. Diese Geste kann eine Idee, ein neues Konzept oder auch ein guter Kontakt sein – hauptsache, es hilft dem Gegenüber weiter. Im besten Fall findet anschließend ein Interessensaustausch statt. Die folgenden 20 % sollten also genutzt werden, um von eigenen Anliegen und Zielen zu erzählen. Erst im Anschluss können Bedürfnisse ausgesprochen und eigene, nützliche Hilfestellungen eingeholt werden.

Zeit in die Nachbereitung investieren

Auch hier gelten die Werte Vertrauen, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Das funktioniert, indem man sich auf den genutzten Social-Media-Plattformen verbindet, zu den Kontaktanfragen eine persönliche Nachricht verfasst und bestehende Verbindungen kategorisiert, um diese auch zukünftig professionell pflegen zu können.

*Beispiel: Bestenfalls hat man sich während des Events gewisse Stichpunkte zu einzelnen Gesprächspartnern gemacht – diese sollten durchgearbeitet und bei gewissen Absprachen schnellstmöglich eingelöst werden. *

Fazit

Es bedarf einem aktiven Auf- und Ausbau des eigenen Netzwerkes. Eine gute, vor allem aber gründliche Vorbereitung ist der Startschuss, um eine Messe als Kontaktbörse für strategische, berufliche Vernetzung zu nutzen. Mindestens drei Ziele sollten definiert werden, die mit dem Besuch der Messe verwirklicht werden möchten. Umso einfacher fällt es, gezielt auf die richtigen Personen zuzugehen, Gespräche zu führen und Kontaktdaten auszutauschen. Geknüpfte Kontakte wollen stets gepflegt werden. Das gelingt am besten durch die Verknüpfung auf sozialen Netzwerken wie Xing und LinkedIn und sorgt gleichzeitig für einen aktiven Austausch aktueller Informationen (beispielsweise im Newsfeed). Was in der Theorie spielerisch leicht klingt, ist in der Praxis harte Arbeit. Arbeit, die nicht jedem liegt. Wer jedoch ein paar einfache Regeln für ein effektives Handeln beachtet, kann mit einer Vervielfältigung seiner Investition rechnen.

Übrigens …

Auch CAMAO ist bei Xing und LinkedIn. Also am besten gleich verbinden!