Auch der dritte #wemoda war wieder schneller vorbei, als man das Hashtag auf Twitter packen konnte. An einiges ist man mittlerweile gewöhnt: Die „ausverkaufte“ Centralstation, das bunte Gewusel von wunderbaren Menschen und die super Speaker. Das Thema des Abends: Humor im digitalen Raum. Dass Humor und Memes mittlerweile ein ganz großer und integraler Bestandteil des Internets sind, ist zwar nichts Neues. Aber ein Webmontag, der sich dieses Thema auf die Fahne schreibt, ist dann doch genau das: ungewöhnlich.

„Ein bisschen LOL muss sein.“

Der Schriftzug stand dick und fett auf der ersten Folie des Abends. Das „aber“ wurde nicht ausgesprochen, schwang aber subtil mit. Denn obwohl jeder Speaker dem Publikum mehr als nur einen Lacher entlocken konnte, waren die Themen im Kern ernst. Als Erster war Younes von den Datteltätern auf der Bühne. Das junge Kollektiv aus der Hauptstadt will dem islamischen Extremismus im Netz lautstark entgegentreten. Ihnen gelingt das mit viel Charme und Humor. Für das Satire-Kalifat und den Bildungsdschihad!

First on stage: @datteltaeter – „Mit Satire gegen Klischees und Stereotype“. #wemoda pic.twitter.com/xQ3qEgRGrJ

— CAMAO AG (@CAMAO_AG) 21. November 2016

Mit Blaulicht in die sozialen Medien

Als nächstes betrat André Karsten von der Polizei Frankfurt das Podium. André erzählte, wie man eine vermeintlich starre Behörde wie die Polizei in das genauso unübersichtliche wie unberechenbare Social Web bekommt. Die (wenig) überraschende Antwort: Man muss es einfach machen. Das geht natürlich, wie sollte es anders sein, nicht ohne Regeln. Dazu gab es noch reichlich Beispiele aus dem Social-Media-Alltag des Polizeioberkommissars. Die waren entweder zum Wegschmeißen oder machten einfach nur betroffen.

„Überleben ist kein Problem“ mit diesen Rules of Engagement. Anwendbar von jedem Community Manager. #wemoda pic.twitter.com/Km0MeoQau1

— CAMAO AG (@CAMAO_AG) 21. November 2016

Skurriles Internet-Variéte mit Elisabeth Heinemann

Frau Professor, wie sie sich im Internet nennt, hat wohl den vielseitigsten Beitrag zum Abend geliefert. Einhörner, lustige Bahndurchsagen und Oktoberfest. Hinter diesem Sammelsurium an Themen verbargen sich ernstzunehmende Fragestellungen: Ist es fair, wenn Menschen aufgrund ihres Kloutscores kostenlos ein besseres Hotelzimmer bekommen? Geben wir unsere privaten Informationen wirklich erst seit dem Internet nach draußen oder haben wir sie davor nur anders verpackt? Stichwort Schleife am Dirndl.

Lovers gonna love – Initiativen gegen Hass

Diese wurden uns sowohl von Fabian Wichmann als auch von Sina Laubenstein präsentiert. Eine Besonderheit: Fabian Wichmann konnte leider nicht live vor Ort sein, hat aber mit seinem Screencast für Ersatz gesorgt.

Premiere beim #wemoda. Fabian Wichmann kann leider nicht. Statt dessen gibt’s ein #Screencast! Yeah! #hasshilft #wunsiedel pic.twitter.com/ZrTMADE6mp

— Heiko Lars Winter (@heikowinter_de) 21. November 2016

Die von ihm gezeigte Initiative „Hass hilft“ macht aus Neonazi-Demonstrationen Spendenläufe für das Neonazi-Aussteiger-Programm EXIT. Über 20.000 EUR sind dabei schon zusammengekommen. Genauso originell wie beeindruckend – und verblüffend lustig:

„Wer das liest, ist nett.“ Dieser Satz prangt auf der Website von #nohatespeech und fasst das Ziel der Kampagne sehr gut zusammen: Statt Gehässigkeiten Nettigkeiten im Internet austauschen. Dafür stellt die Seite auch jede Menge Wissen bereit, um dem Hass im Internet perfekt begegnen zu können.

Kapitalismuskritik und Gesellschaftsspiele

Abgerundet wurde der Abend durch Jacob Chromy von Antipreneur und Meme-Jeopardy mit Anna Bühler und Christian Schiffer. Ersteres: Ein Onlineshop, der allerlei Praktisches vom Milchmädchen-Rechner bis zu Ausladungskarten anbietet und das Webmontag-Publikum mit einem 50 % mehr-oder-weniger-Gutschein umwarb.

Bei Meme-Jeopardy wurde dem betagten Gesellschaftsspiel mithilfe von – ihr habt es erraten – Memes ein frischer Anstrich verpasst. Das Wissen der gesamten digitalen Elite Darmstadts stand auf dem Prüfstand. Was wir als CAMAO an Wissen mit nachhause nehmen konnten: Auch in puncto Humor im digitalen Raum sind wir ganz vorne mit dabei. Denn am Ende konnte tatsächlich unser Werkstudent Yorick die Meme-Jeopardy-Trophäe mit Heim nehmen:

Zum Finale – herzlichen Glückwunsch an unseren Yorick zum Gewinn einer Delikatesse. #surstroemmingsfilé #wemoda pic.twitter.com/Ix1DNSGTPB

— CAMAO AG (@CAMAO_AG) 21. November 2016

Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Webmontag Darmstadt!