Ein Beitrag von İlyas Bahar und Florian Kasper.

Der Umgang mit dem Coronavirus fordert vielen Unternehmen bisher ungewohnte Maße an Flexibilität und Kreativität ab. Sowohl um den ganz normalen Betrieb irgendwie aufrechtzuerhalten, aber auch bei der (Weiter-)Bildung von Mitarbeitern. E-Learning ist der zentrale Begriff, um den Unternehmen jetzt ihre Bildungsangebote strukturieren. Aber wie gestaltet man wirkungsvolles und ansprechendes E-Learning?

Den heiligen Gral gibt es, wie so oft, natürlich nicht. Für verschiedene Ziele sind verschiedene Herangehensweisen sinnvoll. Doch ein paar Kniffe sind universell anwendbar: Mit bestimmten Rahmenmethoden kann jedes Unternehmen sein E-Learning-Angebot strukturieren, ganz unabhängig von Format und Inhalt – und hier kommt SCORM ins Spiel.

SCORM steht für Sharable Content Object Reference Model. Es handelt sich im Grunde um eine Reihe technischer Standards für E-Learning-Produkte. Sie zeigen auf, wie man Inhalte so erstellt bzw. programmiert, dass sie kompatibel mit möglichst vielen Learning-Management-Plattformen (LMP) bzw. Learning-Management-Systemen (LMS) sind. Also das, was wir im DIN-ISO-Lande von Standards gewöhnt sind und an ihnen schätzen: Struktur geben, Kompatibilität gewährleisten.

Von SCORM zu WTF zu AHA zu OH YEAH

Dieses Wissen mussten wir uns allerdings erst einmal selbst aneignen. 2019 erreichte uns die Anfrage der Deutschen Telekom, ein E-Learning-Produkt im SCORM-Standard zu entwickeln. Nach dem anfänglichen „SCORM?!“ waren wir ziemlich schnell von der Sache begeistert und es sprudelten erste Ideen aus unseren Köpfen.

Jetzt haben wir eben ganz subtil verraten, dass wir bis dato noch keine Ahnung von SCORM hatten – wieso kam der Kunde trotzdem zu uns? Ganz einfach: Sie wollten ein Produkt, das sich von ihren bestehenden E-Learnings abhebt. Und da wir bereits viele erfolgreiche Projekte mit ihnen umgesetzt haben, vertrauten sie auf unsere Kreativität und unsere Technologiekompetenz. Werbeblock Ende.

Auftragshydra: Viele Köpfe, aber nicht unbezwingbar!

Die Deutsche Telekom brauchte konkret ein E-Learning-Produkt im SCORM Format für ihre LMP. Dieses Produkt soll den Mitarbeitern im Geschäftskunden-Vertrieb eine neue Technologie, ein neues Produkt und einen neuen Markt erklären.

Das alleine wäre ja noch viel zu einfach. Darum gehörten auch verschiedene Lernmodule zum Paket, die die Mitarbeiter fit für den Verkauf beim Kunden machen. Didaktische Standards, um den Lernprozess so zugänglich und einfach wie möglich zu gestalten, mussten natürlich bei jedem dieser Punkte erfüllt werden.

Konzeption des E-Learning-Produkts: Mit einem Methoden-Mix zum Erfolg

Wir stellten uns also folgende Frage: Wie können wir aus einem sehr komplexen Thema eine effektive Lernerfahrung schaffen? In der „Arbeitsplatz-Didaktik“ gibt es verschiedene Lernansätze, die wir entsprechend den Bedürfnissen des Kunden kombiniert haben:

Social Learning

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Quelle: Udemy Workplace Training and 5 Predictions for 2019 Report

Mit virtuellen Figuren führen wir die Lernenden durch das Training und schaffen soziale Interaktion. Moderatoren führen in die Software und das Thema ein, Kollegen vermitteln Expertenwissen und Kunden bieten den Lernenden eine Möglichkeit, das vermittelte Wissen in einem glaubwürdigen Kontext anzuwenden und so zu festigen.

Adaptive Learning, Micro Learning

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Quelle: Docebo E-Learning Trends 2019 Report

Das Produkt ist natürlich in sich stringent aufgebaut und das Storytelling darauf ausgelegt, es chronologisch zu durchlaufen. Aber die Nutzer haben ebenso die Freiheit, direkt zwischen verschiedenen Lernmodulen hin- und herzuspringen, falls sie das Wissen einer „späteren“ Lektion schon früher benötigen. Selbstverständlich können auch bereits abgeschlossene Blöcke wiederholt werden.

Self-Directed Learning

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Quelle: E-Learning Infographics - Gamification in eLearning

Ein simples Aneinanderreihen und Abfragen von Informationen ist für den Nutzer langweilig, ruft schlimmstenfalls böse Erinnerungen an die Schulzeit hervor. Das sogenannte Bulimielernen ist oft die Folge. Darum haben wir für die Lernenden „Challenges“ erstellt. Das Wissen, um die Challenges zu lösen, muss selbst gefunden und logisch mit der Problemstellung verknüpft werden. Das lockert den Lernprozess und sorgt für mehr Engagement.

Anytime, Anywhere, on Any Device Learning

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Quelle: Benefits of Mobile Learning Whitepaper

Die Deutsche Telekom hat von Anfang an klar kommuniziert: Die bei den Mitarbeitern für das E-Learning verfügbare Zeit ist nicht sehr groß und dazu sehr gestückelt. Unterwegs mal 5 Minuten, vor einem Meeting 10 Minuten, am nächsten Tag noch mal 5 Minuten zwischen zwei Meetings. Unsere Schlussfolgerung: Wir konzipieren das Produkt in erster Linie mit Smartphones und Tablets im Sinn.

Die richtige Software als Fundament für gutes E-Learning

Wer interaktive Lerninhalte gestalten und, nicht zu vergessen, im SCORM-Format exportieren möchte, braucht ein „E-Learning Authoring Tool“. Das Angebot ist riesig: Adobe Captivate, iSpring, Articulate 360, Elucidat, Lectora, Gomo, Avina und viele mehr stehen zur Verfügung.

Unsere Wahl fiel auf Articulate 360. Der Spielraum zur kreativen Gestaltung von Lerneinheiten und Interaktionsmöglichkeiten ist sehr groß und die Bedienung intuitiv. Unserem Auftrag, mehr als bloß eine interaktive Präsentation zu schaffen, konnten wir mit Articulate 360 am besten gerecht werden.

Interaktives E-Learning, perfekt für den Einsatz auf mehreren Plattformen

Mit ansprechendem und authentischem Storytelling, einem modernen Design und didaktischer Fachkenntnis haben wir ein interaktives, effektives, gerät-agnostisches E-Learning-Produkt entwickelt. Durch die Berücksichtigung von SCORM kann die Deutsche Telekom es problemlos in ihre bestehenden LMP integrieren und auch die Verwendung im Web, auf Landing Pages oder der Corporate Website ist problemlos möglich.

Und natürlich bleibt das Produkt dynamisch erweiterbar. Es kann jederzeit mit neuen Lernkapiteln und Inhalten – egal ob Text, Ton oder Bewegtbild – ergänzt werden. Kommt E-Learning auch für Euch in Frage? Sprecht uns gerne an! Durch sorgfältige Recherche, das Kombinieren verschiedenster Methoden und genaue Kenntnis über die technischen Möglichkeiten lassen sich beeindruckende Lernerlebnisse schaffen, die als wichtiger und zuverlässiger Baustein der Weiterbildung dienen können – egal ob in klassischen Online-Seminaren, Onboardings oder sonstigen Trainings.

Im Team neue Grenzen gesteckt

Das Projekt hat uns nicht nur wegen der bewährten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom besonders Spaß gemacht. Die für uns bis dahin neue Welt des E-Learning zu erschließen und direkt so viele unserer Kompetenzen einbringen zu können, war eine großartige Erfahrung. Egal ob Beratung, Konzeption und UX, Storytelling, Entwicklung oder Kreation: Alle konnten ihren Anteil zum Erfolg dieses Projekts leisten und wieder einmal unter Beweis stellen: Geht nicht, gibt’s nicht.

Die Autoren

Yahya_Iliyaz
İlyas Bahar
Ilyas bei LinkedIn

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Florian Kasper
Florian bei LinkedIn