Ein Beitrag von Chiara Nottrott und Ewan Simmonds

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Technologien: Die Digital X der Deutschen Telekom verbindet seit 2018 Unternehmen, Expert:innen und Visionär:innen mit dem Ziel, eine gemeinsame europäische Zukunftsvision zu erschaffen. Aus Alt mach Neu … und aus Neu mach Alt? Denn die diesjährige Digital X, anders als der Name vielleicht vermuten lässt, ließ sich nicht nur auf dem Bildschirm verfolgen, sondern auch wieder live und vor Ort besuchen! Vier Kölner Quartiere waren über zwei Tage die magentafarbenen Schauplätze und boten insgesamt fünf Bühnen (Magenta Stage, Inspiration Stage, Interactive Stage, Disruption Stage und Future Stage) für inspirierende Keynotes und spannende Diskussionsrunden mit Expert:innen aus aller Welt. Als neugieriger Anbieter von Digital Experience Services und langjähriger Partner der Deutschen Telekom durften wir natürlich nicht fehlen. Wir, das waren insgesamt 14 CAMAOs – und was wir in diesen zwei Tagen voll Wissenstransfer und spannender Themen alles erleben konnten, erzählen wir euch hier.

Mit erfahrenen Digitalnomaden durch das unerforschte Tal des New Work

Schon kurz nach der Ankunft in Köln war klar: Der CAMAO-Treffpunkt der nächsten beiden Tage wird die Outdoor Stage am Telekom Brandhouse „Home Office“ im Belgischen Viertel. Hier unterstützte Holger (Division Lead Darmstadt) als Experte die Co-Moderation – und er hatte einiges zu tun: Zu den eingeladenen Gästen gehörten diverse Redner:innen zum Thema „Mobile Work“, unter anderem die selbstbetitelte „Digitalnomadin“ Leonie Müller. Wer sonst könnte besser über mobiles Arbeiten erzählen, als die Frau, die schon lange vor Corona mit neuen Formen des Arbeitens experimentierte, zum Beispiel mit der Bahncard 100 anstelle eines festen Wohnsitzes?

Und doch warnte Leonie Müller eindrücklich, dass wir „vor einem tiefen Tal der Verunsicherung stehen“. Zwar möchten mehr als ¾ aller Arbeitenden ihre Homeoffice-Möglichkeiten behalten, doch jede Umgebung verwandelt sich mit steigender Flexibilität in einen potenziellen Ort der Arbeit. Die Digitalnomadin hat dieses Tal des New Work schon durchquert und zeigte uns den Weg in das „Zeitalter der Dilatation“: Nur weil neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen, heißt es nicht automatisch, dass traditionelle Ansätze, wie zum Beispiel das Arbeiten im Büro, nicht mehr relevant sind. Die Flexibilität des New Work erlaubt uns, selbst entscheiden zu können, wo die physische Grenze zwischen Arbeitsleben und Privatleben liegt – und das sollten wir auch nutzen!

Unser Takeaway: Wahre Flexibilität ist die Freiheit, unterwegs sein zu können, nicht zu müssen. Wir haben also schon den richtigen Schritt getan: Ob klassisch im Büro, im Homeoffice, oder doch ganz woanders – unsere CAMAOs haben freie Wahl!

Willkommene Trojanische Pferde

Weiter ging es auf der Disruption Stage, wo eine spannende Auswahl von Unternehmer:innen ihre jeweiligen Erfolgsstrategien teilte. Anna Alex, Gründerin von Outfittery und Planetly, enthüllte das Erfolgsrezept ihrer beiden Firmen: Kundenzentriertheit. Zugegeben, das klingt zuerst nicht sonderlich beeindruckend – doch Anna Alex bezieht sich damit auf den Prozess des „Consumerization“, also die Neuausrichtung bestimmter B2B-Produkte an Endkonsument:innen, und somit an den B2C-Bereich.

Wie das funktioniert? Anna nennt folgende Statistik: „Nur circa 50 % der eingesetzten Arbeits-Software wird mit IT-Approval benutzt.“ Die andere Hälfte schleust sich wie ein Trojanisches Pferd ein, in dem Arbeitende sie von allein entdecken und sie zum Beispiel wegen praktischer Funktionen verwenden (bekanntes Beispiel: Dropbox), bis sie für den Arbeitsalltag unerlässlich werden. Ein Großteil der B2B-Produkte werden also auf natürliche Art und Weise durch B2C-Marketingmaßnahmen entdeckt.

Unser Takeaway: Strategien aus dem B2C-Marketing sind auch effektiv für den B2B-Bereich, denn: Wir sind alle beeinflussbare Kunden.

Anna Alex, Gründerin von Outfittery und Planetly, auf der Disruption Stage

Ein Blick zurück auf die besonderen Momente

Bestsellerautorin, Kriminalpsychologin, Gedächtnisforscherin: Dr. Julia Shaw war eine der vielen prominenten Gäste auf der Digital X und erzählte von den Wegen, wie wir unsere eigenen Erinnerungen konstruieren. Die Deutsch-Kanadierin versuchte dabei, die Zuschauer:innen an die Zeit des ersten Lockdowns zu erinnern, an diese verschwommenen Alltagsmomente in den eigenen vier Wänden – so richtig wusste keiner von uns mehr, was wir damals von Tag zu Tag getrieben haben. Dr. Shaw löste auf: „Routine ist der Tod der Erinnerungen.“

Sie erklärte, dass Menschen sich am ehesten an Phasen ihres Lebens erinnern, in denen viel Abwechslung geschehen ist, beispielsweise an ihre Jugend. Starke emotionale Erlebnisse und intensive sensorische Gefühle sind in unserem Gedächtnis besonders prägend. Wie wir uns an diese Momente erinnern, hat sich im digitalen Zeitalter auch verändert: Wir zeichnen alles mit unseren Smartphones auf, damit bloß nichts in Vergessenheit gerät.

Unser Takeaway: Emotionen und multisensorische Erlebnisse sind besonders effektive Mittel, um etwas in Erinnerung zu halten. Das kann zum Beispiel für Brand Marketing sehr nützlich sein.

Stimme aus dem Off: An dieser Stelle empfehlen wir natürlich unseren Blogartikel zum Open „Multisensorisches Marketing“ mit Olaf Hartmann.

Und on top: ganz viel #crewlove

Was uns neben all dem fachlichen Futter sehr freute, war die endlich-wieder-so-richtig-in-echt-erlebbare #crewlove. Einige von uns haben sich in Köln tatsächlich das erste Mal live und in Farbe gesehen. Ob zwischendurch auf einen Kaffee, abends auf der Dachterrasse mit nem Kölsch (und der Liveübertragung von Arnold Schwarzenegger und Dr. Wladimir Klitschko) oder aber bei der Live-Performance von Brings und Kasalla: die Bauchmuskeln wurden ordentlich angelacht. Und das war einfach nur schön.

Say cheeeese: 10 von 14 glücklichen CAMAOs auf der Outdoor-Stage

Unser Fazit

Die Wichtigkeit, über digitale Themen zu sprechen, hat sich wieder einmal bestätigt, denn Digitalisierung passiert ständig und überall. Doch um sie wirklich erfolgreich zu gestalten, braucht es mehr, als das reine Bewusstsein darüber, dass sie längst in allen Lebensbereichen greift: Um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir aktiv werden und nach neuen Lösungen streben. Und genau deshalb sind Events wie die Digital X so wertvoll. Es waren zwei beeindruckende Tage mit inspirierenden Vorträgen, neuen Impulsen und Denkanstößen, einer Vielfalt an Digitalisierungsthemen, die kaum zu überbieten ist, und vielen wertvollen Gesprächen mit neuen (und auch alten 😉) Bekannten. Und darüber hinaus war noch etwas anderes zu spüren: Trotz geschätzter digitaler Vernetzungsmöglichkeiten hat uns der persönliche Austausch untereinander in den letzten zwei Jahren einfach so sehr gefehlt. Die Digital X verbuchen wir deshalb nicht nur fachlich und inhaltlich als vollen Erfolg, sondern auch auf persönlicher Ebene. Und nicht zu vergessen: Der organisatorischen Ebene, die bewiesen hat, dass ein Event in solch einer Größenordnung mit einem durchdachten Hygienekonzept und Rücksicht aufeinander funktionieren kann.

Alles in allem halten wir fest: Es ist einfach unglaublich, was die Deutsche Telekom an den zwei Tagen auf die Beine gestellt hat. Ob inspirierende Speaker, internationale Stars, inhaltsstarke Vorträge oder einfach die verschiedenen Food-Stations: Wir geben eine 10 von 10 und freuen uns jetzt schon auf die Digital X im nächsten Jahr, die voraussichtlich am 13. & 14.09.2022 stattfinden wird.