Ein Beitrag von May Sommer.

Kennt ihr das? Da steht man plötzlich in dieser Sackgasse, weiß nicht, wie vor oder zurück, weder ein noch aus. Die Gedanken gefangen in einem endlosen Strudel von Fragezeichen, schwebend in einem Raum völliger Leere.

Kurz: Man hat eine Denkblockade.

Wahrscheinlich wurden wir alle schon einmal (und oft auch mehrfach) in unserem unserem Leben mit diesem „Ding“ konfrontiert. Und wahrscheinlich – oder hoffentlich – haben wir es alle auch wieder überwinden können. Doch bis man an diesen Punkt kommt, können manchmal Tage, Wochen oder sogar Monate vergehen. Da wünscht man sich natürlich, dass dieser Worst Case gar nicht erst eintrifft. Die gute Nachricht: Es ist möglich. Und ich werde euch hiermit aus meiner Erfahrung vier Tipps an die Hand geben, um Denkblockaden vorzubeugen.

Tipp 1: Akzeptieren und ruhen lassen

Ein Tipp, der manchmal leichter gesagt als getan ist. Vor allem, wenn die Deadline immer näherkommt. Doch gerade dann kann es helfen, die Arbeit kurz zur Seite zu legen und für einen Moment nicht darüber nachzudenken. Und sei es nur für eine Viertelstunde. In dieser Zeit sollte man sich bestenfalls mit etwas komplett anderem beschäftigen: ein Buch lesen, eine spannende Doku schauen oder seinem Hobby nachgehen – was auch immer das letztlich sein mag. Hauptsache, der Kopf kommt auf andere Gedanken. Genau darin liegt auch die Kunst: Finde für dich heraus, was dich auf neue Gedanken bringt.

Um das mal zu veranschaulichen: Wenn ich beispielsweise ein Denkblockade beim Schreiben habe, lese ich ein Buch – beim Konzipieren schaue ich eine Doku und so weiter. Oftmals kann ich dadurch innerhalb von Minuten meine Denkblockade wieder lösen. Warum? Ganz einfach: Das „Abschalten“ hilft dem Gehirn, kurz zu entspannen und durch die Beschäftigung mit einem anderen Thema auch wieder auf neue Ideen zu kommen.

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Mit böser Miene auf ein komplexes Problem zu starren, fühlt sich manchmal gut an, hilft aber selten weiter. Lieber etwas Abstand gewinnen und durchatmen.

PS: Versucht am besten, dabei mal die Finger vom Smartphone zu lassen. Auf Instagram & Co. wird man so oberflächlich mit Informationen berieselt, dass man sich gedanklich gar nicht wirklich von der Ursache der Denkblockade lösen kann.

Tipp 2: Ab in die Natur

Viele Menschen merken intuitiv, dass ihnen ein Spaziergang in der Natur guttut. Besonders in der heutigen Zeit, in der unser Alltag oft von Hektik und Stress geprägt ist, ist ein Aufenthalt im Grünen ein wahrer Stress-Killer. Er entspannt das Gehirn und wirkt beruhigend auf Körper und Geist. Nicht umsonst werden manche Wartezimmer von Ärzten oder Krankenhäusern bereits mit „Nature Sounds“ bespielt, um so positiv auf deren Patienten einzuwirken.

Deswegen ist es auch ratsam – wenn möglich – in der Mittagspause in die Natur zu gehen, um sich dort bestmöglich von der Arbeit erholen zu können.

Und mit Natur meine ich „richtige Natur“, nicht irgendeine Grünfläche zwischen Hochhäusern und Großstadtlärm. Manch einer könnte da jetzt meinen, dass es Leute in Berlin, München oder Hamburg im Vergleich zu Menschen auf dem Land schwieriger haben, und tatsächlich: ja, das stimmt leider.

Doch bekanntlich steckt der Engel im Detail. Glücklicherweise gibt es nämlich auch für Großstadtmenschen einen Trick. Man hat herausgefunden, dass bereits das Anschauen von Naturbildern einen positiven Entspannungseffekt auf das Gehirn hat. Natürlich nicht im gleichen Maße wie ein Spaziergang in der Natur, aber immerhin. Beim nächsten Mal also einfach auf Google Bildersuche gehen und sich mit Impressionen vom Machu Picchu oder aus dem Schwarzwald verwöhnen lassen.

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Ein Spaziergang durch die Natur wirkt manchmal Wunder. Großstadtmenschen hassen diesen Trick.

Tipp 3: Bewegung richtig einsetzen

An alle Sportmuffel da draußen: Keine Sorge, es geht hier nicht um eine Anleitung für fancy Home-Workout-Sessions. Vielmehr möchte ich über die positiven Effekte von Bewegung für eure Kreativität sprechen.

Laut einer Studie mit Forschern der Universität Leipzig ist die relative Erholungszeit bei kurzen Pausen höher als bei langen Pausen. Sprich, es werden Pausen von mindestens 3 Minuten, aber maximal 10 Minuten empfohlen. Dadurch verbessern sich nachweislich Leistungsergebnisse bezüglich des Lernens und Sachkenntniserwerbs sowie die Problemlösungsfähigkeit. Besonders wenn sie mit kleinen Bewegungseinheiten kombiniert werden, lassen sich positive Effekte beobachten. Dann haben sie zusätzlich einen positiven Einfluss auf die selektive Aufmerksamkeit (Konzentration, Addition und Subtraktion – sofern heute noch jemand kopfrechnet) sowie auf die Sprachkompetenz, das selbstständige Erinnern und das visuelle Kurzzeitgedächtnis.

Ihr merkt: Dieser Tipp ist nicht speziell dafür da, um Denkblockaden zu lösen, sondern vielmehr, um solchen vorzubeugen. Und dass Bewegung nie schadet, sollte auch klar sein.

Tipp 4: Blickwinkel ändern und von außen betrachten

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Perspektivenwechsel mit dem metaphorischen Vorschlaghammer. Solange ihr das Glas halb voll seht, ist auch das in Ordnung.

Steckt man erstmal mit dem ganzen Kopf in einem Projekt, arbeitet man oftmals mit einem sehr speziellen Fokus darauf. Man betrachtet das eigentliche Thema, um was es bei dem Projekt geht, nicht als Ganzes, sondern nur noch durch den jeweiligen Teilbereich. Was auch gut so ist – zumindest, bis man nicht mehr weiterkommt.

Dann kann es helfen, wieder einen Schritt zurückzugehen. Sich das Thema noch einmal in seiner Gänze herzunehmen und sich ihm von allen, beziehungsweise anderen, Seiten anzunähern.

Der Trick basiert dabei auf ähnlichen Prinzipien wie bei einer richtigen Meditation, also Gedanken – oder in diesem Fall das Projekt, an dem man gerade arbeitet – von außen zu betrachten, ohne es zu bewerten.

So simpel wie effektiv

Nun mag dieser oder jener Trick derart simpel oder abstrakt klingen, dass es euch fast nicht in den Sinn kommt, er würde wirklich etwas bringen. Und vielleicht passt die jeweilige Herangehensweise auch überhaupt nicht zu euch, eurem Charakter und der jeweiligen Situation.

Doch ich bin überzeugt davon: Für jede gedankliche Sackgasse gibt es immer mehrere Wege, um wieder rauszukommen – und oftmals variieren sie von Projekt zu Projekt.

Probiert es daher einfach mal aus. Es kann in solchen Momenten ja nur besser werden.

Ich hoffe sehr, dass euch einer dieser vier Tipps beim nächsten Mal aus der Misere hilft, wenn ihr geradewegs auf eine Denkblockade zusteuert. Gerne könnt ihr euch auch auf LinkedIn mit mir zu den Themen Kreativtechniken & Denkblockaden austauschen.