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Stoyan Bandrov ist jetzt eine volle Dekade bei uns. Der sanfte Riese und gebürtige Bulgare hat sich bereits früh unverzichtbar für uns gemacht und leitet jetzt unsere Büros in Sofia und Plovdiv. Neben der Arbeit konnten wir, auch dank Stoyans Engagement, die Bewohner von Plovdiv in gleich mehreren Projekten besser kennenlernen. Also ist es allerhöchste Eisenbahn, etwas mehr über diesen Mann herauszufinden. Hier kommen die fünf Fragen.

Wie war dein erster Tag bei uns?

Ja, als ob es gestern gewesen wäre. Nach meinem Studium habe ich noch kurz bei einer anderen Firma gearbeitet, mich währenddessen aber schon nach neuen Möglichkeiten umgeschaut. Dabei bin ich auf CAMAO gestoßen, habe mich beworben und nach einem Gespräch den 6. Januar als meinen ersten Arbeitstag ausgemacht. Das müsste in 2010 gewesen sein. Auf jeden Fall war es ein witziger erster Tag. In den Wochen seit meinem Bewerbungsgespräch ging die Information, dass ich (damals noch als Werkstudent) anfange, etwas unter – und so bin ich auf einige überraschte Gesichter gestoßen. Mir hat es trotzdem sehr gut gefallen, die neuen Gesichter, die offene Mentalität.

Vom ersten Tag an hatte ich schon die Freiheit, meine Rolle bei CAMAO auch selbst zu formen und meine Stärken bestmöglich einzusetzen. Daraus entstand schließlich die Rolle des Quality Assurance Specialist. Ich habe viel mit unseren Programmiereren gearbeitet und nach einer Weile waren wir richtig eingespielt. Wir konnten die Qualität unseres Outputs deutlich erhöhen, und mit wachsender Erfahrung konnte ich mein Skillset auf immer neue Projekte anwenden.

Du hast als ganz normaler Mitarbeiter angefangen – jetzt leitest du unsere Büros in Bulgarien. Hast du diese Entwicklung geplant?

Nein, wirklich nicht. Es hat sich so ergeben. Ich würde allerdings sagen, dass ich immer eine gewisse Gründermentalität hatte. Nach einigen Jahren hat sich die Idee einfach geformt. Und es hat natürlich geholfen, dass ich ganz unkompliziert mit dem Chef, Christian, über solche Pläne reden konnte. Ich habe die Chance gesehen, sie mit ihm besprochen und ihn davon überzeugt. Natürlich haben wir noch viele, kleine Details glattbügeln müssen, aber an sich war es ein simpler Prozess. Jedenfalls so simpel wie ein Schritt in einen fremden Markt sein kann. Wäre ich nicht bei CAMAO gewesen, sondern bei einer etwas klassisch strukturierten Firma, das wäre deutlich komplizierter gelaufen, denke ich. Du brauchst einfach die richtigen Leute zur richtigen Zeit, um mutige Ideen zu entwickeln und auch wirklich umzusetzen. CAMAO ist die ideale Plattform dafür.

Wie war der Wandel zu dieser geschäftsführenden Rolle für dich?

Meine Familie hat eigentlich immer eigene Betriebe gehabt. Als ich in den 90ern in der Schule war, hatten wir zum Beispiel zwei Restaurants. Ich glaube, dadurch hat sich bei mir einfach ein Sinn oder ein Verständnis dafür entwickelt, wie man ein Geschäft führt und wie man Herausforderungen oder Probleme anpackt und meistert. Und nicht zuletzt hat sich dadurch auch das Bedürfnis entwickelt, nicht still zu stehen, sondern immer eine sinnvolle Beschäftigung zu haben. CAMAO ist offensichtlich kein Restaurant, aber am Ende des Tages gibt es zwischen jedem Betrieb gewisse Parallelen. Das Mindset ist auch ähnlich. Du musst anpacken und vorausdenken können, entsprechend der Umstände die beste Entscheidung treffen. Das ist in jeder Branche so.

Als Anekdote vielleicht: Wieder nach Bulgarien zurückzukehren war eine ganz eigene Herausforderung. Wir haben 2016 die Gesellschaft in Sofia gegründet und zu dem Zeitpunkt lebte und arbeitete ich bereits seit 15 Jahren in Deutschland. Die Rückkehr war spannend, aber es war nicht immer einfach, sich wieder auf das bulgarische Mindset einzustellen. Es gibt lauter kleine und natürlich auch ein paar große Unterschiede. Am Ende des Tages bin ich aber natürlich hier (in Bulgarien) aufgewachsen und fühle mich hier auch noch zuhause. Nach ein paar Monaten hat alles gepasst, auch wenn mir noch täglich neue Dinge begegnen.

Bei 10 Jahren kann man natürlich gut in Nostalgie versinken. Aber lass uns doch nach vorne schauen: Hast du Pläne für die nächsten 10 Jahre?

Komm schon, das ist eine langweilige Standardfrage bei Job-Interviews. Aber okay: Meiner Meinung nach ist Zeit eine unserer wertvollsten Ressourcen. Klar, du brauchst gut definierte Ziele, du brauchst Willenskraft, aber noch wichtiger ist es, Schritt für Schritt voranzugehen. Im Moment sind wir nur wenige Kollegen hier in Bulgarien. Und wenn es passt, wollen wir natürlich mehr werden. Das muss aber auf eine wohl fundierte Art und Weise geschehen. Als wir dieses Abenteuer hier gestartet haben, meinte Christian zu mir, ich könne auch einen neuen Namen wählen. Aber ich sehe mich als Teil von CAMAO und ich sehe auch uns hier in Bulgarien fest als Teil von CAMAO. Mir ist es wichtig, die Wurzeln und Verbindungen beizubehalten und sie nicht zu vergessen. Ich bin an einem Punkt, wo es weitaus mehr als nur ein Job ist.

Und um noch etwas weiter abzuschweifen: Die Zukunft beschäftigt mich viel, besonders technologisch. Selbst nach der Arbeit lese ich noch viel. Was ist neu, welche spannenden Entwicklungen oder Fortschritte gibt es und so weiter. Und ich kann sagen: Wir leben in äußerst aufregenden Zeiten. Erst vor ein paar Tagen ist es beispielsweise SpaceX gelungen, zwei Teile ihrer Rakete nach dem Start wieder aufzufangen. Ein riesiger Schritt nach vorne für nachhaltige Raumfahrt. Vor 20 Jahren hätte das niemand für möglich gehalten. Das zeigt uns wieder einmal, dass “unmöglich” nur Auslegungssache ist und man seine Gedanken oder Träume von diesem Wort nicht einschränken lassen sollte.

Man muss immer auf der Suche nach Dingen sein, die einen als Person weiter und näher an seine Ziele bringen. Dogmatisches Gehabe und das Beharren auf Tradition führen in unserem Zeitalter nur in eine Sackgasse.

Wie würdest du CAMAO in nur einem Wort beschreiben?

Aufregend!

10 years, 5 questions: Stoyan

Stoyan has been with us for a full decade now. Towering over most of his colleagues at quite an impressive height, the gentle giant quickly proved himself to be indispensable. Hailing from Bulgaria originally, he spearheaded our venture in his home country and is now managing not only our first bulgarian office in Sofia but also our latest addition in Plovdiv. A wonderful city whose citizens we already had the pleasure to get to know a little better thanks to Stoyans (and our other bulgarian colleagues’) involvement in several projects. But enough pleasantries. Let’s find out more about Stoyan in 5 quick questions.

Do you still remember your first day at CAMAO?

Yeah, like it was yesterday. Just after my studies I worked at another company for about a year and was looking for new opportunities. I found CAMAO, send my application, had the job interview and we decided I would start on the 6th of January. That was back in 2010, I think. It was a funny first day because the information that I would start working here somehow got lost a bit. So I wasn’t actually expected on my first day. But nevertheless, I quite liked it, the new faces, the open mentality of the people I got to know.

From day 1 on I had a lot of freedom to shape my role as Quality Assurance Specialist within the company and put my strengths to the best use I could envision. I was working a lot with our developers and it took a while until we really hit if off. But eventually our collaboration became better and better and we rooted out a lot of problems in many projects and thus simply delivered better products to our clients. We steadily expanded the scope on which we could apply my skills and just continued to get great results.

You started out as a “normal” employee – now you’re managing our business in Bulgaria. Did you anticipate this kind of journey?

To be honest, no, one thing just led to the other. I didn’t come to CAMAO with any kind of plan for this. But I have some entrepeneurial spirit and after some years at the company ideas started forming. And being able to just talk to the people in charge, like Christian, was certainly an important factor. I discussed the opportunities I saw in this venture with him and from there on out it was quite straightforward. Of course, we still had to talk a lot, consider a lot of stuff, opening a subsidiary in a foreign country is never a trivial task, at least for the mittelstand. Had this been a formal company, had this not been CAMAO, this probably would have been harder to achieve. You need the right people in the right point of time to develop bold ideas and push them through. And CAMAO is the right platform for that.

How has your transition to a more entrepreneurial role at the forefront of business been?

My family has some background regarding running businesses. When I was in school back in the 90s, we had two restaurants. I think I just developed a sense of how to take care of business and how to react adequately to challenges or opportunities. And not to forget there is also this need to be busy in a meaningful way. Obviously, CAMAO is not a restaurant but at the end of the day business is business. The mindset is the same. You need to take care of things, face challenges, plan ahead and react adequately according to the circumstances. The same set of skills you need to run any business.

On a sidenote: Heading back to Bulgaria was also a bit challenging. Back in 2016 when we founded the subsidiary, I had lived and worked in Germany for 15 years. It was exciting but not always easy to readapt to the way of things in Bulgaria. Mindset, tempo, details, bureaucracy, there are small differences everywhere. But at the end of the day I grew up here and do still belong here, so after 3 to 4 months I was feeling comfortable. Still, there are challenges and I discover and face new factors every day.

In 10 years, there’s obviously a lot to look back to – but what are you looking forward to? Have you got plans for the next 10 years already?

Where do you see yourself in 5/10 years? That’s a boring, standard job interview question. You need to have a plan and you need to be consequent in putting it into action.

But to go in a bit more detail: In my opinion one of the most valuable currencies as people is time. Yes, you need a direction, focus, clarity of what you want, but besides that I think you need to take it step by step. So right now, we are a small department here in Bulgaria. If the circumstances are right, of course we want to grow. But it should be done in a founded and reasonable manner for all sides involved. When we settled on the idea to start a venture in Bulgaria, Christian told me, I can call it whatever I want. But I see myself as CAMAO I see this business here as CAMAO. It is important for me to remember and keep the ties. It’s not just a job at some point.

Having said that, the future is fascinating for me in a practical sense too. Even off work I spend a lot of time reading and researching about technology. What’s new in the scene, what promising developments are there and so on. And we do live in quite exciting times. Just some days ago SpaceX managed to catch both parts of their rocket nose cone – a huge step in rocket reusability.

20 years before no one would have guessed that this is even possible. There are two very important messages behind this. Firstly, if one sets his mind and effort onto things then nothing is impossible and secondly to simply be open to new things.

You need to be constantly on the search for what helps you develop as a person and what can help you achieve your goals. Being stuck up and insisting on a certain routine or point of view because it is “how it’s always been done” simply doesn’t cut it anymore.

How would you describe CAMAO in just one word?

EXCITING (still)!