Ein Beitrag von Andreas Kölle.

Die CMS-Szene ist schon eine ganze Weile ziemlich kopflos unterwegs. Headless hier, Headless da. Wir sind dran gewöhnt. Sehr zur Besorgnis der Mediziner hierzulande scheint diese Kopflosigkeit jedoch ansteckend zu sein. Wir beobachten: Auch immer mehr E-Commerce-Systeme verlieren ihren Kopf. Muss das sein – und ist es vielleicht sogar eine gute Entwicklung?

Was heißt überhaupt Headless?

Der Begriff „Headless“ fällt hier im Blog nicht zum ersten Mal. Mein Kollege Marc hat den „Trend“ schon in seinem Zweiteiler zum CMS Neos aufgegriffen. Aber lasst mich euch trotzdem eine kurze Erklärung geben:

Headless beschreibt die vollständige Trennung von Daten, bzw. Content (Backend) und der Darstellung auf dem jeweiligen Endgerät (Frontend). Während das Backend-System früher direkt mit dem Frontend über eine Reihe von verschiedenen Konfigurationen und Elementen verbunden war, ist bei einem Headless-System das komplette Gegenteil der Fall.

Hier gibt es ein Backend-System, das alle Daten beinhaltet und über Schnittstellen, die APIs, angesprochen wird. Dadurch dass die Daten nicht mit einer festen Darstellungsweise verknüpft sind, lassen sie sich deutlich flexibler einsetzen.

Immer mehr Schaufenster im E-Commerce

Der mobile E-Commerce wächst seit Jahren stark. Hierzu ein paar Zahlen:
Nach Prognosen sollen die weltweiten Mobile Commerce Umsätze bis 2021 53,9% aller E-Commerce-Umsätze ausmachen. Es wird auch erwartet, dass Smartphones den Hauptanteil am gesamten Wachstum des Mobile-Commerce haben werden. So machten Smartphone-Umsätze schon 2017 66% aller Mobile-Commerce-Umsätze aus (im Vergleich zu Tablets und Co.), und diese Zahl sollte bis 2021 auf ca. 82% steigen. Das Gesamthandelsvolumen wird auf ca. 17,5 % des Einzelhandelsumsatzes vorhergesagt.

Genau darin liegt der Bedarf von Headless-Systemen. Es genügt nicht mehr, einen Kanal mit dem Backend und den darin gepflegten Daten zu bedienen. Vielleicht sind weniger Verbraucher in der Fu0gängerzone unterwegs, aber die Menge an digitalen Schaufenstern ist stark gewachsen. Das magische Wort heißt Omnichannel, jedes dieser Schaufenster muss potentiell ausstaffiert werden können.

Headless-Grafik

Die Visualisierung verdeutlicht die größere Freiheit des Headless-Ansatzes. Da heutzutage sowieso viele Unternehmen ihre Software und Daten in der Cloud haben, ist die Umsetzung auch deutlich intuitiver.

Konkret heißt das: Inhalte müssen möglichst einfach im Web, Mobil, auf Social Media, Marktplätzen wie Amazon oder Ebay, aber auch in Apps dargestellt werden. Hinzu kommen immer mehr neue Kanäle wie zum Beispiel Smartwatches, Augmented-Reality-Geräte wie die Microsoft Hololens oder auch Voice-Shopping über Amazons Alexa und IoT-Geräte. All diese Kanäle – und was auch immer morgen noch hinzukommt – können mit Headless-Systemen einfach angebunden und bedient werden.

Zusätzlich kann der Content an einem zentralen Punkt erstellt, gepflegt und gewartet werden. So entstehen zum einen keine Diskrepanzen zwischen den unterschiedlichen Kanälen und zum anderen können alle Redakteure Inhalte kanalunabhängig in der gewohnten Umgebung erstellen.

Headless ist die Strategie, Microservices sind die Taktik

Die Verbindung zwischen einem „Schaufenster“ und dem Headless-Backend lässt sich zudem schnell und kostengünstig einrichten. Mit Microservices lassen sich neue Vertriebskanäle verblüffend einfach an die bestehende Datenbasis anschließen. Und ist die Verbindung einmal eingerichtet, lässt sich das Volumen der übertragenen Daten einfach hochskalieren. Das Übersetzungszahnrad ist ja vorhanden.

Zudem gibt es mittlerweile viele smarte Lösungen, wie zum Beispiel Integrationsplattformen (iPaas), die viele Standard-Schnittstellen bereithalten und das Anlegen von neuen noch einfacher machen.

Dieser Ansatz über Headless und Microservices verleiht einem große Flexibilität im Markt, Vertriebskanäle lassen sich schnell ausprobieren und bei guten Ergebnissen voll implementieren. Klingt interessant für euch? Dann schreibt uns doch einfach eine Mail an hello@camao.one. Wir beraten euch gerne zu dem Thema.

Der Autor

Koelle-Andreas
Andreas Kölle
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